Zynismus am Arbeitsplatz

Zynismus am Arbeitsplatz

11. Juli 2018 | Publikation

Soeben ist „Das Buch für die Schweizer Personalpraxis“, Ausgabe 2018,  mit einem Kapitel zu „Zynismus am Arbeitsplatz“ von Dr. Anja Feierabend erschienen.

Das Fazit der Autoren Dr. Anja Feierabend und Julian Pfrombeck (ETH Zürich):

Der Schweizer HR-Barometer zeigt, dass viele Beschäftigte am Arbeitsplatz ab und an zynisch sind. Sowohl intern als auch gegen Aussen kann ein solcher Zynismus dem Unternehmen Schaden zufügen. Intern können Spott und hämische Bemerkungen zu Unruhe in der Belegschaft führen und zur Nachahmung anstiften. Ausserdem sind die Arbeitsleistungen und die Zufriedenheit geringer, wenn Beschäftigte zynisch gegenüber dem Unternehmen sind. Extern schaden zynische Beschäftigte der Reputation des Unternehmens. Werden beispielsweise vor Kunden spöttische Bemerkungen über das Unternehmen gemacht, kann dies schädlich für die Kundenbindung sein. Darüber hinaus leidet auch die Arbeitgeberattraktivität darunter. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sowohl personale Bedingungen wie Alter, Betriebszugehörigkeit und Beschäftigungsgrad, als auch organisationale Bedingungen wie Unternehmensgrösse und organisationale
Veränderungen, wie Restrukturierungen und Personalabbau, einen Einfluss auf Zynismus haben. Während die personalen Aspekte nicht zu vernachlässigen sind, zeigen sich vor allem bei organisationalen Veränderungen starke Unterschiede. Beschäftigte, die von Restrukturierungen und Personalabbau betroffen sind – oft gehen beide auch einher – zeigen ein deutlich höheres Mass an Zynismus auf allen drei Dimensionen: zynischen Gedanken, Gefühlen und zynischem Verhalten. Es können aber auch Gegenmassnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel Partizipation und eine regelmässige Leistungsbeurteilung. Werden Mitarbeitende in Entscheidungen miteingebunden und erhalten kontinuierliches Feedback, zeigen sie weniger Zynismus gegenüber ihrem Unternehmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass während Veränderungsprozessen in Unternehmen solche Faktoren, oder genereller gefasst, eine klare und angepasste Kommunikation, besonders entscheidend sein können. Allerdings muss Zynismus nicht komplett «bekämpft » werden. Eine moderate Dosis an Zynismus kann nämlich auch, wie ein reinigendes Gewitter, eine positive Wirkung haben. So können über zynische Bemerkungen auch mal Missstände angesprochen und ein gesunder Abstand zum Unternehmen gewahrt werden.

Die Leseprobe zum Buch mit einem Beitrag von Prof. Staffelbach, sowie dem oben erwähnten Kapitel „Zynismus am Arbeitsplatz“ finden Sie im untenstehenden Link. Das Buch ist erhältlich beim WEKA-Verlag: Bernhard St. (Hrsg.) (2018). Das Buch für die Schweizer Personalpraxis. WEKA: Zürich

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